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  • Henning Moog

Energetic Alignment: Anatomie von innen heraus spüren lernen

Aktualisiert: 26. Jan 2019

Yoga ist mehr als ein Trend. Der Erfolg von Yoga basiert auf der Notwendigkeit vom Kopf in den Körper, vom Stress und Druck in Entspannung und Weite zu kommen . Gleichzeitig werden Streßmuster in die Yoga-Klasse getragen. Zum Beispiel ein zu ehrgeiziges Training was Yoga zum Sport macht mit dem Nachteil das Stauchungen und Enge nicht bewusst wahrgenommen werden.

Dahinter steht das Leistungsprinzip uns mit anderen und mit vorgefertigten Bilder wie eine Asanas oder Sequenz sein sollte vergleichen statt unsern Körper so zu akzeptieren und das Gefühlt im Körper durch innere Balance zu verbessern.

Das Anatomie-Wissen hilft uns Balance zu finden, Stabilität und Beweglichkeit. In der Yogalehrerausbildung erste Woche hören wir immer „Wow, was man alles falsch machen kann“. Gleichzeitig wollen wir vom Yoga her gar-nicht in ein Richtig oder Falsch Kopf Denken zurück, weil diese Art zu denken stark polarisiert. In der Yoga Tradition legen wie den Focus auf den Prozess als solchen, auf das Subjektive, auf die innere Erfahrung. Einfach weil das objektiv Richtige nach Yoga Philosophie auch eine Kopf-Konstruktion ist, ein Modell von der Wirklichkeit.

Der Weg ist das Ziel und Yoga Anatomie hat mehr mit Körperwahrnehmung zu tun, mit Körperräume entdecken als ein neuen Satz an Regeln zu lernen was man zu machen hat um Gesund alt zu werden. Yoga ist mehr als funktionelle Gymnastik im Wellness Setting. Yoga sollte nicht auf Regeln begrenzt werden auch wenn sie wissenschaftlich fundiert sind. Yoga ist per se Freiheit bzw. Befreiung aus den ganzen auferlegten äußeren Regeln. Erst das bringt die Entspannung.

Die Ausrichtung der Yoga Position von innen heraus zu fühlen, wird als Energetic Alignment bezeichnet. Das Gefühl kann uns auch täuschen. In der Aufklärung wurde der Vernunft das Gefühl gegenübergestellt. Das Gefühl dem Irrationalen zugeordnet und das Irrationale dem Weiblichen. In der Vinyasa Yin Yogalehrerausbildung sprechen wir von dem reinen Gefühl.

In dem Moment wo wir unbewusst unsere alten Muster erfüllen trifft der Verlust der Vernunft auch tatsächlich ein. . Wir werden nicht nur irrational, sondern verlieren die Verbindung zu uns selbst.

Um aber auch nicht an starren Regeln hängenzubleiben, verwenden wir einen alten Trick der Rishis, der vedischen Seher. Wir lernen universale Naturgesetze der Körperausrichtung statt starrer Regeln. Die Bauprinzipien der Natur verstehen und uns mit der Natur in Einklang bringen, nicht nur um den eigenen Körper zu retten sondern auch Mutter Erde als universalen Körper.

Wie können Yoga-Positionen ausgeführt werden, so dass ein Maximum an Stabilität gewährleistet und gleichzeitig Leichtigkeit erfahren wird?

Die energetische Ausrichtung fördert das Verständnis der Position über die Verfeinerung der Körperwahrnehmung. Für den Anfänger sind Anleitungen erforderlich, die auf objektiviertem analytischen Wissen basieren. Das kann zum Beispiel zu einem Verständnis der optimalen Beckenhaltung durch Kontraktion der tiefen Bauch- und Beckenbodenmuskulatur führen. Im nächsten Schritt wird die äußere, konzeptionelle Anleitung zu einem inneren subjektiven Körpergefühl der Becken-Aufrichtung übergehen. Jede Asana, jede körperliche Übung, beinhaltet eine grobe äußere Beschreibung. Der klassische yogische Weg besteht in der Wahrnehmung der inneren energetischen Form (rupa).

Dieser Ansatz führt zu einer Yoga Praxis aus dem Inneren heraus Die energetische Ausrichtung führt zu einer Kontaktaufnahme, zu einer inneren Führung .


Das Aufrichtungsprinzip im Yoga

Die Stärkung der Wirbelsäule steht in der Körperarbeit für innere Wahrheit. Das Wort Aufrichtung steht in Verbindung mit Aufrichtigkeit. Die Fähigkeit zur Selbstreflexion erfordert einen aufrechten Standpunkt, um alte Muster zu spiegeln. Daraus entsteht eine innere Ethik zugunsten äußerer moralischer Regeln.

Das starke Rückrat ermöglicht Kreativität, Entfaltung und Emotionalität. es ist die Basis für das Freisetzten der Energie. Das starke Rückrat können wir in Verbindung mit Sicherheit, Stabilität, Ruhe und Kontinuität bringen. Stabilität und Beweglichkeit, ist das Yin und Yang, das Sonne und Mond, das Siva und Sakti, das Männliche und Weibliche der Körperarbeit.

Sonne und Mond werden Eins im Herz ist der Archetypus des Hatha Yoga, das körperlichen Yoga, ja wird teilweise mit den Silben Ha und Tha gleichgesetzt. Historisch gesehen ist Sonne und Mond eine Metapher aus dem Tantra für Himmel und Erde, für die Balance der männlichen und weiblichen Energie.

Wird die Wirbelsäule zu starr kann es psychosomatisch mit einer Starrheit im Denken, mit Verkopftheit einhergehen und zu einem zu berechnenden Weltbild führen. Liebe wird zum Kopfkonzept, zu einer Berechnung.

Fehlt die Aufrichtung der Wirbelsäule kann es einhergehen mit dem Verlust der Authentizität. Emotionen führen dann dazu das mir nicht mehr wir selbst sind. Im Momenten des Ärgers, der Eifersucht, Angst verlieren wir unsere 'Self-Autonomy". Alte Wunden projektieren unsere Wirklichkeit.

Sonne und Mond, Bewusstheit und Emotion werden eins im Herz. Im Herz stehen wir im Kontakt mit wahrer Liebe, Mitgefühl und Verbundenheit. Die Heilung alter Wunden, das Lösen karmischer Muster erlaubt die bewusste Manifestation, die freie Kreativität.

Im Yoga haben wir ein Schichtenmodell (koshas) verinnerlicht, in der einfachsten Form die äußere, fassbare, sichtbare, messbare Welt, die innere Welt der Emotionen und der Energie und der mentale Raum der in sich ruhend als stabiles Selbst erfahren wird.



Was ist der Unterschied zwischen Gymnastik und Yoga? Das Prinzip der Zugspannung

Die stabile Statik der inneren Säule hat im Hatha-Yoga eine zweite Seite, die in der Dynamik der sich bewegenden Energie beziehungsweise der Transformation steht. Der Zusammenhang zwischen der Statik einer inneren Säule und einer Dynamik der Energielenkung wird durch das Prinzip der Zugspannung deutlich. Zieht man an zwei Enden eines Handtuchs, dann entsteht Spannung zwischen den beiden Polen des Handtuchs. Das Handtuch gewinnt an Stabilität, so wie eine Hängematte unter Zug an Stabilität gewinnt.

Warum ist das wichtig?

Im Falle der Wirbelsäule bewirkt die Zugspannung zwischen Beckenpol und Kopfpol die Aufrichtung der Wirbelsäule.1 Stauchungen im untereren Rücken oder in der Halswirbelsäule werden wieder extrahiert. Die Bandscheiben werden durch das Wechselspiel aus Gravitationskraft und Aufrichtung 'durchgewalkt' und somit vor Austrocknung geschützt.

Die gleiche Zugspannung lässt die innere Säule aber auch als aufsteigende Energie erfahren. Sie erlaubt den Energiefluss zwischen Beckenboden und Kopfkrone. Die Erfahrung des mittleren Energiekanals, des madhya nadis ist nur im aufrechten Sitz möglich oder dynamisch durch das Wechselspiel von aufrechter Sitz und Kopfstand oder aus Vor- und Rückbeuge.2



Das Wechselspiel zwischen Doppel-S-Form und Aufrichtung beim Gehen ist auch eine wunderbare Umsetzung von Stabilität und Beweglichkeit, führt zu 'aufsteigender Energie' (uddhyana) und zu dynamischer Meditation .


Die Spirale als roter Leitfaden

'Die Spirale ist der rote Faden des menschlichern Bewegungssystems: 3D-Torsion im Fußskelett, Kreuzbänder im Knie, diagonal-gekreuzte Rumpfmuskulatur und Links-rechts-Verschraubung der Wirbelsäule.' So beschreibt Spiraldynamik sich selber.

Spiraldynamik ist eine Spezialisierung für Physiotherapeuten. Eigentlich ist es eine Bewegungslehre, eine Ausrichtungschule, die sich aus der Sportwissenschaft, aus der konventionelle Therapie entwickelt hat.

Die Bauprinzipien der Natur, von der Doppelhelix bis zum Spiralnebel, der Anordnungen der Galaxien um die Milchstrasse werden in der Metapher der Spirale zusammengefasst. Anatomei wird plötzlich aufregend und erfahrbar, also körperlich. Bewegungsprinzipien im Kosmos finden sich im eigenen Körper wieder.


Die Wirbelsäule spiralisiert sich nach oben. Spiraldynamik liefert die medizinische Fundierung für Yoga Anatomie.


Der Aufbau der Wirbelsäule, das Wachstum eines Oberschenkelknochen, die Stabiliserung eines Fußgewölbes, die Beweglichkeit eines Schultergelenkes, Ursachen für Knieprobleme lassen sich durch das Spiralprinzip leicht erfassen.

Die Spirale als Bauprinzp liefert die optimale Verbindung aus Stabilität und Beweglichkeit, aus Aufrichtung und Durchlässigkeit.







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